Interview mit Zeng Fanzhi

Wieso haben Sie gerade dieses Motiv für „Ein Bild für BILD“ ausgewählt?

Ich achte sehr auf die Hände anderer Menschen. Die Hände eines Menschen erzählen mehr über das Innere der Person als sein Gesicht. In meiner früheren Arbeiten habe ich oft bewusst die Hände vergrößert dargestellt. In der Arbeit für „Bild“ habe ich bereits sehr früh mit dem Gedanken gespielt, Hände als Motiv zu wählen.

Aus welchem Grund haben Sie entschieden, drei Paare betender Hände zu zeichnen und dazu eine geschlossene Hand?

Die Haltung der aneinandergelegten Hände haben eine wichtige Bedeutung für uns Asiaten. Unterschiedliche Handgesten haben auch unterschiedliche Bedeutungen. Sie beinhalten Zufriedenheit, Heiterkeit, Gelassenheit, Gebete und Weisheit sowie viele andere Bedeutungen. Durch die Hände sind wir in der Lage, gute Wünsche und Hoffnungen zu übermitteln. Die Hände im Bild stehen für Gebete und für Hoffnungen auf Weisheit, die zur Konfliktlösung führt. „Interview mit Zeng Fanzhi“ weiterlesen

John Baldessari erschafft das neue Bild für BILD

Los Angeles – Er hat seit Jahren kein einziges Bild gemalt. Er ist kein Bildhauer. Fotos macht er auch nicht. Und trotzdem ist er für die Kunstwelt einer der größten Künstler überhaupt. Und das nicht nur, weil er 2,04 Meter groß ist.

John Baldessari (84) ist Konzeptkünstler. Er macht Serien von Kollagen, Montagen, Videos, Aktionen. Ein verrücktes Genie! Wenn Baldessari große Papierbögen aus dem Fenster wirft, so für den Betrachter Teile des Hauses verdeckt, dann jubelt die „New York Times“ „wunderbar“.

Wenn er sich eine halbe Stunde dabei filmen lässt, wie er in Schreibschrift – wie ein bestraftes Schulkind – „I Will Not Make Any More Boring Art“ („Ich werde keine langweilige Kunst mehr machen!“) schreibt, nennen das Kritiker „genial“. Und wenn er ein schlechtes Foto vergrößert und mit dem Wort WRONG („FALSCH“) untertitelt – reißen sich Museen um das Werk.

Und nun schenkt er Ihnen, liebe Leser, morgen auf einer ganzen Seite ein „Bild für BILD“. Ein faszinierendes Werk mit dem Titel  „Child With Kitten“ (Kind mit Kätzchen).


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Zu Besuch im Atelier von K.O. Götz

Als er zur Welt kam, brach der Erste Weltkrieg los. Die Nazis verboten ihm zu malen, da war gerade 21. Und in den Wirtschaftswunderjahren lehrte K.O. Götz als Kunstprofessor in Düsseldorf. Einer seiner Schüler war Gerhard Richter, einer der teuersten Maler der Gegenwart.

Am 22.02.2014 wird K.O. Götz 100 Jahre alt. Von der Welt sieht er nichts mehr, seit er vor drei Jahren erblindete grüner Star. Doch mit seinem wachen Geist verfolgt er, wie ihn die wichtigsten Museen Deutschlands – von der Neuen Nationalgalerie Berlin bis zum Museum Küppersmühle in Duisburg mit großen Retrospektiven ehren.

Dass vor seinem inneren Auge noch immer die prächtigsten Werke entstehen, beweist er mit seinem „Bild für BILD“. Trotz Blindheit hat sich der Meister des „Informel“ noch einmal in sein Atelier im Westerwald begeben. Das Ergebnis: ein Werk in Größe einer BILD-Zeitungsseite. Geschaffen mit seiner berühmten Rakel-Technik, bei der er die Farbe mit einem Gummi–Schieber mit schnellen Bewegungen über die Leinwand zieht.

Text: © Willem Tell

Kunst-Expertin Dr. Beate Reifenscheid erklärt das Bild für BILD „Sternblume“

Von Dr. Beate Reifenscheid*

„Sternblume“ – so hat Heinz Mack sein Kunstwerk genannt, dass er für die BILD-Leser geschaffen hat.

Allein schon in dem Wort “Sternblume” hört man den Klang der Poesie, verschmelzen sich doch vor dem geistigen Auge sogleich das Kosmische und das Irdische: Der Glanz und das Funkeln der Sterne am Firmament bei Nacht und das Florale, das in der Blume seine schönste Ausprägung entfaltet.

Heinz Mack liebt solche Wortspiele und auf sehr sinnliche Art verbindet er im Wort bereits, was ihn in seiner Kunst zeitlebens beschäftigt: Das Licht und die Farben, die Dualität zwischen dem Geistigen und dem Irdischen. In Licht und Farbe sind die Grenzen dabei manchmal verschoben, oder zumindest ineinander aufgehoben.

Wenngleich Heinz Mack in seiner Kunst immer abstrakt bleibt und die Anlehnungen an Architektur, Natur oder den Kosmos rein assoziativ entstehen, lässt er den Menschen nicht außen vor. Er selbst sagt: „Je älter ich werde, desto besser begreife ich, wie nicht die Kunst das wunderbare ist, sondern der Mensch als Teil der Natur.“ „Kunst-Expertin Dr. Beate Reifenscheid erklärt das Bild für BILD „Sternblume““ weiterlesen

Atelier-Besuch beim Künstler Heinz Mack

BILD
Mittwoch, 22. Februar 2012, 00:18 Uhr

Von Willem A. Tell

„Kunst soll nicht für eine elitäre Minderheit da sein, sondern für Jedermann.“ Professor Heinz Mack (80)

Morgen blüht den BILD-Lesern eine „Sternblume“, geschaffen von Heinz Mack, einem der bedeutendsten Künstler der Gegenwart. Ein Kunstwerk, eine ganze Zeitungsseite groß – Macks „Bild für BILD“.

BILD besuchte den Künstler, der mit Otto Piene und Günther Uecker die ZERO-Kunst erfand, auf seinem Huppertzhof (10 000 qm) in Mönchengladbach. Mack trägt einen Kittel wie ein Anstreicher: „Ich fühle mich wie ein guter Handwerker. Ich arbeite ja auch mit der Hand. Für mich stehen das Atelier und die Werkstatt auf einer Stufe.“ „Atelier-Besuch beim Künstler Heinz Mack“ weiterlesen

Feierliche Wiedereröffnung der Heinz Mack Kapelle im Collegium Marianum, Neuss

Neuss (NGZ). Der Patronatstag 8. Dezember ist zugleich auch der Tag, an dem die Kapelle am Marianum wiedereröffnet wird. Bis dahin hat der Künstler Heinz Mack seine Arbeit im Innern des Gebäudes vollendet.

Fast ist es vollbracht – das Gesamtkunstwerk des Mönchengladbacher Künstlers Heinz Mack, das aus der Kapelle am Marianum einen weiteren kulturellen Anziehungspunkt in Neuss macht. Vor zwei Jahren hatte sich ein Freundes- und Förderkreis für die Mack-Kapelle gegründet, um erstens die Komplettierung des Kunstwerks zu ermöglichen, und zweitens die Kapelle wieder für die Bürger zugänglich zu machen. Beides ist jetzt so gut wie erreicht, und am Patronatstag, am 8. Dezember, soll die Kapelle wiedereröffnet werden.

In diversen Begehungen der Kapelle hat Mack immer wieder Ideen entwickelt, was er noch machen könnte. “Da ist er noch längst nicht am Ende”, sagt der Vorsitzende des Fördervereins, Heinz Sahnen, schmunzelnd, aber zunächst einmal habe man sich auf auf zwei Dinge geeinigt: Mack hat einen Kreuzweg geschaffen und zwölf bleiverglaste Fenster für den Kreuzgang entworfen. Abgerundet wird die Erneuerung der Kapelle durch eine kunstvolle Farbgebung des Eingangsbereichs, dessen Wände mit einer sehr anspruchsvollen Wickeltechnik gestaltet werden sollen. „Feierliche Wiedereröffnung der Heinz Mack Kapelle im Collegium Marianum, Neuss“ weiterlesen

Interview mit Christo

Von Willem Tell

Morgen erhalten Sie, liebe Leser, ein Bild von BILD! Es ist ein Werk von Christo (76), einem der bekanntesten Künstler der Welt. Aber wer ist der Mann, zu dessen Reichstags-Verhüllung 1995 fünf Millionen Menschen pilgerten? BILD besuchte ihn in seinem New Yorker Atelier. Ein Gespräch über Kunst, Kritik und Knoblauch.

Christo öffnet die Tür. Seine abgewetzte Jeans hat ein Loch am Knie. Die Manschetten seines Hemdes werden locker von Bindfäden gehalten. Das weiße Haar ist leicht durcheinander. Und man riecht: Christo ist ein Knoblauch-Fan.

Christo: „Ich pelle mir jeden Morgen einige frische Knoblauchzehen, zerdrücke sie in Naturjoghurt. Dazu esse ich eine Banane. Dieses Frühstück hält jung und gesund.“ Wie zum Beweis nimmt er locker die Stufen zum Galerie-Zimmer im 2. Stock. „Interview mit Christo“ weiterlesen