Der Künstler

Biographie von Günther Uecker

193019491951195319551957195819591960196119621963196419651966196719681969197019711972197319741975197619771978197919801981198219831984198519861987198819891990199119921993199419951997199819992000200120022003200420052006200720082009

1930 Geboren am 13. März in Wendorf (Mecklenburg). Vater Landwirt. Aufgewachsen auf der Halbinsel Wustrow, beginnt er 1949 – in der damaligen DDR – eine Lehre als Maler und Werbegestalter, die er mit einem Facharbeiterbrief abschließt.

1949-53 Studium an der Fachschule für angewandte Kunst in Wismar. Gestaltung von politischen Aufmärschen, von Schaufenstern, einem 20 Meter hohen Transparent mit Stalinporträt und Vergrößerungen der Friedenstaube von Picasso. Später Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Leiter einer Theatergruppe in Groß-Schwansee.

1951 Teilnahme an den Weltjugendspielen in Ostberlin. Begegnet in einer Ausstellung in Westberlin der abstrakten Welt Kandinskys, die ihn verwirrt und zugleich ergreift.

1953 Wechselt nach Westberlin über und lässt sich als einer der ersten „Hausbesetzer“ in einem Raum des ehemaligen Reichssozialgerichts, hinter der später errichteten Neuen Nationalgalerie, an der Potsdamer Straße nieder.

1955-57 Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Otto Pankok, zu dessen antifaschistischer und sozialer Einstellung er Vertrauen hat. Auf figurative und abstrakte Holzschnitte folgen manuelle Strukturen: Fingermalereien und Dreckbild. Erstes Nagelobjekt (1955–1956).

1957 Lernt Yves Klein, Heinz Mack und Otto Piene kennen. Erste Nagelbilder.

1958 Teilnahme an der von Mack und Piene organisierten Ausstellung Das rote Bild, die sie in ihren Ateliers in der Gladbacher Straße 69 in Düsseldorf veranstalten. Die Ausstellung bildet den Ausgangspunkt für die Gründung der Gruppe ZERO,der Uecker 1961 als Mitglied beitritt. Uecker richtet für Yves Klein und Jean Tinguely in seinem kleinen Düsseldorfer Atelierhaus ein Fest aus. Vertikal- und Horizontalstrukturen.

1959 Lichtfelder. Beteiligung an der Ausstellung Motion in Vision – Vision in Motion im Hessenhuis, Antwerpen.

1960 Tastobjekte und erste sich drehende Lichtscheiben. Demonstration Pfeilschießen auf dem Festival d’art d’avantgarde in Paris. Erste Einzelausstellung in der Galerie Schmela, Düsseldorf. Beteiligung an den Ausstellungen Monochrome Malerei im Museum Schloss Morsbroich, Leverkusen und konkrete kunst im Helmhaus, Zürich.

1961 Abgesunkene Strukturen. Erste Lichtplantage. Erster Lichtfilm. Malerische Handlung Weiße Zone aus Anlass der Ausstellung ZERO – Edition, Exposition, Demonstration in der Galerie Schmela, Düsseldorf, bei der Uecker die Hunsrückenstraße vor der Galerie Schmela weiß streicht. Beteiligung an den Ausstellungen Bewogen Beweging im Stedelijk Museum, Amsterdam, und Nove Tendencije, Galerija Suvremene Umjetnosti, Zagreb.

1962 Salon de lumière, mit Mack und Piene, anlässlich der Ausstellung Heinz Mack,Otto Piene et Günther Uecker – Dynamo im Palais des Beaux-Arts, Brüssel. ZERO-Demonstration auf der Rheinwiese in Düsseldorf mit Landschaftsobjekt Rasenmäher, Weiße Tuchplastiken. Erste Übernagelungen von Gebrauchsgegenständen. Hommage à Yves Klein. Hommage à Fontana. Theaterprojekt Die Reise oder Reise-Theater, mit S. D. Sauerbier (1962–1964). Beteiligung an der Ausstellung nul im Stedelijk Museum, Amsterdam.

1963 Lichtsalon, mit Mack und Piene, in der Ausstellung Mack Piene Uecker im Museum Haus Lange, Krefeld. Aktion TV-Benagelung in der Galerie dato, Frankfurt am Main. Transgression. Weitere Benagelungen von Möbeln. Überflutungsmanifest mit Bazon Brock. Treppenfilm, mit Manfred Borchardt. Beteiligung an der Ausstellung Nove Tendencije 2 in der Galerija Suvremene Umjetnosti, Zagreb. Erster Preis für ZERO und gruppo n auf der 4. Biennale in San Marino.

1964 Benagelung eines Klaviers im Pianohaus Kohl, Gelsenkirchen. Theaterstück Talk of an Angel, mit S. D. Sauerbier, aufgeführt im Flughafen Düsseldorf. Beteiligung an der ZERO-Präsentation Lichtraum auf der documenta III, Kassel. Förderpreis für junge Künstler des Landes Nordrhein-Westfalen „für seine experimentelle Arbeit und seine bemerkenswerten persönlichen Leistungen auf dem Gebiet der Weißstrukturen“. Aufenthalt in New York.

1965 New York Dancers, Verlorene Erinnerung, Hommage à Malewitsch. Erste Sandspirale. Aktion Weißer Wald in Bern. Projekt Zero on Sea für Schevening. ZERO. Mack Piene Uecker, Kestner-Gesellschaft, Hannover. Beteiligung an der Ausstellung The Responsive Eye im Museum of Modern Art, New York. Preis der 4. Biennale des Jeunes von Paris.

1966 Atelier in New York, Zusammenarbeit mit Willoughby Sharp. Zero Garden N.Y.in der Howard Wise Gallery, New York. Elektrischer Nagel. Sandmühle und Messerskulptur in der Galerie Schmela, Düsseldorf. Blitzaggregat in der Kunsthalle,Bern. Lichtregen für die Ausstellung Licht – Kunst – Licht im Stedelijk van Abbemuseum, Eindhoven, und anschließend auf der documenta IV, Kassel (1968). Telefonzeit – Nagelzeit, Studio f, Ulm. Sprechstück Röhrentheater, mit S. D. Sauerbier, aufgeführt im Rathaussaal in Büdingen. Fingerfilm, mit Lutz Mommartz. Letzte ZERO-Ausstellung mit Mack und Piene im Kunstmuseum, Bonn. ZERO geht auseinander.

1967 Multimedialer Aktionsraum Cream Cheese in Düsseldorf. Aktion Flämische Landschaft, mit Jeff Verheyen in Müllem, Belgien.

1968 Versetzung eines Berges, Kunsthalle, Baden-Baden. Demonstration Leben im Museum – Museen können bewohnbare Orte sein, mit Gerhard Richter, Aufführung Terrororchester und Schreitanz in der Ausstellung 14 x 14 – Junge deutsche Künstler in der Kunsthalle, Baden-Baden. Aktion Straßenbarrikade am Fürstenwall, Düsseldorf. Kriegssarg (Antwort an Marinetti). Großer Nagel in der Fassade des Kaufhof Dortmund. Tisch der Austreibung, Eckensteher. Krachmaschine, Krachräume, Schlagendes Brett, Kreischfass. Beteiligung an derdocumenta IV in Kassel. Filme: Das Geschenk, mit Peter Dibke. Gegenprojektion, mit Lutz Mommartz. Edition der Ausgabe 0 der Uecker-Zeitung, die bis 1983 insgesamt zwölf Mal erscheint und über die Aktivitäten von Uecker informiert.

1969 Plantage für die Ausstellung Between 3 in der Kunsthalle, Düsseldorf. Sandmühle, Messerskulptur, Beet von Aachen, Bindfadenstuhl. Fallgrube für die Ausstellung intermedia ’69 in der Universität Heidelberg. Aktion Gehen über Schnee zum ersten Earth Art Symposium in der Cornell University, lthaca. Beteiligung an der Ausstellung Art by Telephone im Museum of Contemporary Art, Chicago. Filme: Schlagende Türen, Zunageln und Aufschlagen. Henry die Hose, Nagelfeldzug und Eckenfilm, jeweils mit Manfred Borchardt. Ballettprojekt Fugensenkung (Raumverengung).

1970 Projekt für ein neues Museum. Aggressive Reihungen, Bindfadenstrukturen, umnagelte Rahmen, weitere Sandspiralen. Feuerpfeilbeschießen des Meeres. Klang-Szene I, mit Friedhelm Döhl, in der Kunsthalle, Düsseldorf, und im Edinburgh International Festival Strategy: Get Arts. Dort auch Banging Door und Sharp Corridor. Teilnahme am Deutschen Pavillon der 35. Biennale in Venedig. Aktion Straße weiß gestrichen in Monschau. Filme: Sandmensch, Beschießung des Meeres, Bauchfilm, Schwebend schweben, Banging Door, Lichtspalt, Hochmoor, Möveninsel.

1971 Der deutsche Biennale-Beitrag geht in die Zacheta nach Warschau als erste Ausstellung deutscher Gegenwartskunst in Polen. Begegnung mit der polnischen Avantgarde der 1920er und 1930er Jahre im Muzeum Sztuki in Lodz. Hommage à Strzeminski. Film Weiße Tuchplastik vor dem Museum Zacheta, Warschau. Reise durch Lateinamerika und Studium der Indianerkulturen. Film Äquatorlinie. Klang-Szene II, mit Friedhelm Döhl, Nationalgalerie, Berlin. Günther Uecker – Bildobjekte 1957–1970, Moderna Museet, Stockholm. Beteiligung an der Biennale in São Paulo. Preis Fundação Bienal de São Paulo.

1972 Schwarzraum – Weißraum, Malerische Handlung für die Ausstellung Szene Rhein-Ruhr 72 im Museum Folkwang, Essen (als Videofilm). Schnurobjekte. Wachstumsskulptur und Langsam schleifender Stein in der Ausstellung Ideenkammer Uecker in der Galerie Argelander, Bonn. Ausstellung in der Kestner-Gesellschaft, Hannover. Beteiligung an der Ausstellung Amsterdam Paris Düsseldorf im Guggenheim Museum, New York.

1973 Fünfmonatige Reise durch Afrika. Inszenierung der Beethoven-Oper Fidelio für das Theater der freien Hansestadt Bremen, mit Hans Magnus Enzensberger und Nikolaus Lehnhoff (aufgeführt 1974).

1974 Berufung zum Professor der Kunstakademie in Düsseldorf. Manuelle Reihungen für die Ausstellung Struktury im Muzeum Sztuki, Lodz. Benagelte Violine, Instrument für Straßenmusik in Basel. Reise nach Asien.

1975 Sich in den Rasen einschleifender Stein in der Galerie m, Bochum. Im Kreis gehen, Galerie Hans Mayer, Düsseldorf. Aktion Schwarzraum – Weißraum im Folkwang Museum, Essen. Günther Uecker – Zeichnungen, Kunstmuseum, Düsseldorf. Uecker als Bühnenbildner – Ideen, Skizzen, Modelle, Figurinen, Kunstmuseum, Düsseldorf. Das Schweigen der Schrift, Erker Galerie, St. Gallen.

1976 Uecker und Klaus Rinke reiten als neu ernannte Professoren auf Kamelen in die Kunstakademie ein. Bühnenbild und Figurinen zu Wagners Parsifal für das Staatstheater, Stuttgart, mit Götz Friedrich. Projekt einer Hängeskulptur für die Tonhalle, Düsseldorf (realisiert 1978). Günther Uecker – Bilder und Objekte. Das zeichnerische Frühwerk. Prägedrucke, Prägestöcke und Frottagen. Figurinen und Bühnenbildentwürfe zum Parsifal, Staatsgalerie, Stuttgart, und Staatstheater, Stuttgart.

1977 Vier Elemente, Galerie van Hoerde, Antwerpen. Tisch der Austreibung, Forum Metall zum internationalen Brucknerfest, Linz. Wandrelief für die UNO in Genf. Teilnahme an der documenta VI, Abteilung Zeichnungen, Kassel. Aktionen in der libyschen Wüste: Wo sich zwei Linien berühren ist ein Punkt, dort schlage ich einen Nagel ein, den Punkt bestimme ich. Unvollendete Säule. Spuren auslöschen. Geburt der schwarzen Sonne. WDR-TV-Film Uecker – Arbeiten 1957 bis 1977.

1978 Große Hängeskulptur für die Tonhalle in Düsseldorf realisiert. Lichtsäule in Düsseldorf. Konzeption des Theaterinnenraums für das Rosenthal Theater, Selb. Handverstümmelungen, Poesie der Destruktion und Schweigeskulptur in der Ausstellung Zum Schweigen der Schrift oder die Sprachlosigkeit in der Galerie Reckermann, Köln.

1979 Bühnenbild zu Richard Wagners Lohengrin für die Festspiele Bayreuth, mit Götz Friedrich. Verschwindeskulptur in der Ausstellung Uecker – Bilder, Objekte, Bücher in der Erker Galerie, St. Gallen. Errichtung eines Regentors in Winterthur. Ausstellung Kunstpomade Haarscharf im Friseursalon, Düsseldorf. Beteiligung an der 3. Biennale in Sydney.

1980 Aufenthalt mit Studenten in der psychiatrischen Klinik Littenheid in der Schweiz: Aquarell-Zyklus Studie Littenheid. Bootskulptur Chichicastenango für die Ausstellung Zeichen des Glaubens – Geist der Avantgarde zum 86. Deutschen Katholikentag in Berlin, Schloss Charlottenburg, Große Orangerie, Berlin.

1981 Bühnenbild und Kostüme zu Richard Wagners Tristan und Isolde für das Staatstheater, Stuttgart, mit Götz Friedrich. Konzeption eines variablen Orchester-Bühnenraumes für die Deutsche Oper, Berlin. Verletzte Felder. Feuerstätte Schwarz für die Ausstellung Schwarz in der Kunsthalle, Düsseldorf. Terrororchester und Schlagende Tür, Hammerfabrik, Basel. Aktion Bildrituale, mit Rolf Schroeter in Zürich. Aufenthalt in der Westsahara: Aquarelle und Collagen Wüstenfunde.

1982 Bühnenprojekt Jephta für Jerusalem, mit Götz Friedrich (nicht realisiert). Geheimnisskulptur in der Ausstellung Bilder sind nicht verboten. Zur Vertiefung des Dialoges zwischen Christen und Juden anlässlich des 87. Deutschen Katholikentages in Düsseldorf, Kunsthalle, Düsseldorf. Schleifender Stein in der Ausstellung Kunst wird Material in der Nationalgalerie, Berlin. Raum versunkener Bilder – Raum zerteilter Vorstellung, Galerie Walter Storms, München. Raumverkeilung – Bilder den Wänden zugekehrt, Galerie Löhrl, Mönchengladbach. Raumsplitter 1982, Galerie Seestraße, Rapperswil. Verletzungen – Verbindungen, Galerie Edith Wahlandt, Schwäbisch Gmünd. Eröffnung des Bühnenraumes für das Rosenthal Theater in Selb mit einer Sonderausstellung Uecker und Theater.

1983 Hommage à John Cage in der Ausstellung Sprachstörungen im Stollwerck, Köln, mit S. D. Sauerbier. Uecker – Bibliophile Werke, Kunsthalle, Düsseldorf. Verleihung des Kaiserrings der Stadt Goslar. Installation und begleitendes Manifest Die Gefährdung des Menschen durch den Menschen im Mönchehaus Museum, Goslar.

1984 Reise durch die Navajo-Reservate, Arizona, USA, und Untersuchungen zur Geschichte der Indianer: Black Mesa, Messerskulpturen. Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn durch Russland, Sibirien, die Mongolei und China: Aquarelle, aus dem Fenster gemalt. Reise nach Japan: Herstellung von Baumskulpturen. Ausstellung in der Kamakura Galerie, Tokio. Erster Wald in der Ausstellung Kunstpranger in der Galerie Annelie Brusten, Wuppertal. Beteiligung an der Ausstellung Cosmic Images in the Art of the 20th Century im Tel Aviv Museum, Tel Aviv.

1985 Reise nach Island zum Vatnajökull: Aquarell-Zyklus Vorfeldzeichen. Gastprofessur an der 32. Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg. Inszenierung der Ausstellung Eine europäische Bewegung – Bilder und Objekte aus der Sammlung Lenz Schönberg in einem aufgelassenen Kinosaal in Salzburg. Opernprojekt Medea für das Opernhaus Kiel, mit Friedhelm Döhl (nicht realisiert). Beteiligung an den Ausstellungen 1945–1985. Kunst in der Bundesrepublik Deutschland in der Nationalgalerie, Berlin, German Art in the 20th Century in der Royal Academy of Arts, London, und in der Staatsgalerie, Stuttgart, sowie German Art 1945–1985 im Taipei Fine Arts Museum, Taipei. Ausstellung Uecker –Bibliophile Werke in Ankara und Istanbul. Bundesverdienstkreuz 1. Klasse „für die eigenständige Entwicklung eines künstlerischen Ausdrucks, der im In- und Ausland Anerkennung gefunden hat“.

1986 Unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl entstehen Aschebilder sowie die Raumskulptur Aufwischen. Choreografie Röhrenballett in der Ausstellung Die Maler und das Theater im 20. Jahrhundert in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main. Schlagendes Brett, Kreischfass, Krachmaschine – Sprachstörungen, mit S. D. Sauerbier, in der Ausstellung Auskehr im Von der Heydt-Museum, Wuppertal. Beteiligung an der Ausstellung Positionen – Malerei aus der Bundesrepublik Deutschland im Alten Museum, Berlin-Ost und im Albertinum, Dresden. Film Muttermord in der Diamantenwüste, mit Hubert Neuerburg.

1987 Studienaufenthalt mit Studenten im Kernforschungszentrum des Max-Planck-Instituts, Frankfurt am Main, und der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung, München. Längerer Aufenthalt in der UdSSR. Ausstellung im Vasarely Muzeúm, Pécs. Besuch der Marmorbrüche von Carrara: Zeichnungszyklen Poesie der Destruktion und Römersteine; dieser ausgestellt in der Galerie van der Koelen, Mainz. Retrospektive im Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen. Günther Uecker – Bühnenbilder zu Richard Wagner, Kunstverein, Bayreuth. Max Reger Medaille der Stadt Weiden.

1988 Aufenthalt in Seoul, Südkorea: Zeichnungszyklus Tusche fließend – Han-Seoul. Errichtung einer Messerskulptur im Olympiapark von Seoul. Mahnskulptur Fall in der Synagoge Oerlinghausen, aus Anlass des 50. Jahrestages der Reichspogromnacht. Bildserie Kann Fruchtbarkeit auf Asche gründen? für das Muzeum Sztuki, Lodz (ausgestellt 1989). Zweiter Nagelwald. Größte retrospektive Uecker-Ausstellung mit 820 Werken im Zentralen Künstlerhaus am Krimwall, Moskau. Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

1989 Bühnenbild und Kostüme zu Die Bassariden von Hans Werner Henze für das Staatstheater, Stuttgart, mit Götz Friedrich. Bildserie Architektonische Landschaften. Filmporträt Wie ein Bauer auf dem Feld von Michael Kluth, mit Hubert Neuerburg. Ausstellung Günther Uecker RFN nowe dziela, Museum Sztuki, Lodz.

1990 Pictlandgarden – New Works by Günther Uecker, Richard Demarco Gallery, Edinburgh. Schottland. Leipziger Blätter Wer wirft den ersten Stein (Fingermalereien). Erste Ausstellung nach den Montagsdemonstrationen 1989 in der Galerie Eigen + Art, Leipzig. Ausstellung der Bildserie Kann Fruchtbarkeit auf Asche gründen? in St. Petrie, Lübeck. Beteiligung an der Ausstellung Ausgebürgert. Künstler aus der DDR und aus dem Sowjetischen Sektor Berlins 1949–1989 im Albertinum, Dresden.

1991 Reise nach Israel. Dritter Wald. Zyklus Russland Russland. Altes Rathaus, Göttingen: Ich hörte das Gras, das sich im Wind rieb, wie Violinen, wie Heuschrecken, die zirpen. Aschebilder in der Galerie ULUV, Prag. Beteiligung an der Ausstellung Zone D – Innenraum in der Leipziger Galerie für zeitgenössische Kunst, Leipzig.

1992 Beteiligung an der dritten Bitterfelder Konferenz. Aufenthalt mit den Studenten im finnisch-russischen Grenzbereich Loma Kitsi. Teilnahme an der Großdemonstration gegen Fremdenhass und Gewalt in Berlin. Weiße Strukturbilder, Malerische Handlungen. Sturz für die Ausstellung der Sammlung Lenz Schönberg in der Zacheta, Warschau. Ausstellung Uecker in Schwerin zum Tag der Deutschen Einheit im Staatlichen Museum, Schwerin. Ausstellung im Museum moderner Kunst, Wien.

1993 Reise nach Kambodscha, Studium der Khmer-Kultur: Serie von Tuschezeichnungen und übermalten Fotos. Malerei vernagelt – Denunzierte Malerei, Galerie Hans Strelow, Düsseldorf. Werkporträt Der geschundene Mensch (14 befriedete Gerätschaften und 120 Aggressionswörter): Wanderausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen. Erstausstellung einer Skulptur aus Der geschundene Mensch in der Ausstellung Deutschsein? in der Kunsthalle, Düsseldorf. Ausstellung des gesamten Werkporträts in der Ungarischen Nationalgalerie, Budapest, als erster Station. Retrospektive in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München. Günther Uecker – Aquarelle, Städtische Galerie, Remscheid.

1994 Ausstellung Brief an Peking, organisiert vom Hanmo Art Centre und dem Goethe-Institut, Beijing, vor der Ausstellung abgesagt (ausgestellt 1995 im Neuen Berliner Kunstverein, Berlin). Ausstellung Uecker a Ca´Pesaro, Museum für Moderne Kunst Ca´Pesaro, Venedig. Theaterskulpturen und Figurinen zu Richard Wagner.

1995 Aufenthalt in Japan. Schwebend schweben, Kitakanto Museum of Fine Arts, Gunma. Großer Preis der 21. Internationalen Grafik-Biennale in Ljubljana. 1996 Entstehung einer Serie Aquarelle. Feldarbeit –Arbeitsfelder, Galerie Rähnitzgasse, Dresden. Ausstellung des Werkporträts Der geschundene Mensch in Rio de Janeiro, Brasilien, und Montevideo, Uruguay, sowie in Chile und Argentinien. Chilenischer Kritikerpreis für die beste ausländische Ausstellung des Jahres 1996.

1997 Anschlag – Zum Schweigen der Schrift, Galerie Löhrl, Mönchengladbach. Brieffolgen (zu den Ulmer Schwörbriefen), Kunstverein, Ulm. Ausstellung des Werkporträts Der geschundene Mensch in Mexico City. Archäologie des Reisens, mit Heinz-Norbert Jocks. Reisen nach Mexico City und Hot Springs, South Dakota, USA.

1998 Ausstellung des Werkporträts Der geschundene Mensch in Athen, Thessaloniki, Sarajevo, Warschau und Brno. Reise nach Tschechien. Leviathan, Artists House, Jerusalem. Gestaltung des Andachtsraumes im Reichstagsgebäude, Berlin. Fragmente, Mies van der Rohe-Haus, Berlin. Garten, Kunstverein, Wismar. Installation Fall im Harenberg City-Center im Rahmen des Klavier-Festivals Ruhr, Dortmund, und in der Kleinen Synagoge, Erfurt. Medaille von Masowien, Warschau, in Anerkennung der hervorragenden Verdienste auf dem Gebiet der deutsch-polnischen Zusammenarbeit im Bereich der Kultur.

1999 Bühnenbild zur Matthäus-Passion für die Deutsche Oper, Berlin. Skulptur Verletzungen – Verbindungen in Hanoi. Aquarellzyklus Ha long. Ausstellung von Materialbildern Wüstenfunde zu Christa Wolfs Erzählung Wüstenfahrt in der Galerie Forum Amalienpark, Berlin. Mahnmal Stellungnahme in der Gedenkstätte Buchenwald und Ausstellung im Politischen Club Colonia, Weimar. Ausstellung der Bildserie Kann Fruchtbarkeit auf Asche gründen? zum Evangelischen Kirchentag in Stuttgart in der Galerie der Stadt Fellbach. Zum Schweigen der Schrift, Lamy Galerie, Heidelberg. Splitter, Politischer Club Colonia, Köln. Leviathan, Goethe-Institut, Thessaloniki. Regengarten, Galerie im Prediger, Schwäbisch Gmünd. Entgrenzung, Vertreibung – Splitter Zyklus, Galerie Edith Wahlandt, Stuttgart. Wort – Schrift – Zeichen, Erker Galerie, St. Gallen. Ausstellung des Werkporträts Der geschundene Mensch in Ljubljana und Bratislawa. Beteiligung an der Ausstellung ZERO aus Deutschland 1957–1966 in der Galerie der Stadt Esslingen, Esslingen. Film Die Bilderwelt des Günther Uecker von Michael Kluth. Erster Preis im Wettbewerb Skulpturenpark Kamp-Lintfort.

2000 Aufenthalt in Japan. Rain – Watercolor, Akira Ikeda Gallery, Nagoya und Taura, beide Japan. Werkzyklus Barbarei und Hoffnung I bis X für die Ausstellung Zwischen Barbarei und Hoffnung – Positionen zum zwanzigsten Jahrhundert im Goethe-Institut, Rotterdam. 14 Kreuze für die Ausstellung Lost Paradise Lost –Kunst und sakraler Raum in der Aegidienkirche, Hannover. Verletzungen – Verbindungen. Günther Uecker zum 70. Geburtstag, Schloss Rheinsberg, Rheinsberg. Terrororchester, Künstlerhaus Schloss Balmoral, Bad Ems. Kunst > < Politik – Zwei Positionen, Kunsthaus Grenchen, Grenchen. Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können, Politischer Club Colonia, Köln und Weimar. Aufnahme in den Orden Pour le mérite für Wissenschaft und Künste.

2001 Aufenthalt in Japan. Rain – Watercolor, Akira Ikeda Gallery, Nagoya und Taura, beide Japan. Werkzyklus Barbarei und Hoffnung I bis X für die Ausstellung Zwischen Barbarei und Hoffnung – Positionen zum zwanzigsten Jahrhundert im Goethe-Institut, Rotterdam. 14 Kreuze für die Ausstellung Lost Paradise Lost –Kunst und sakraler Raum in der Aegidienkirche, Hannover. Verletzungen – Verbindungen. Günther Uecker zum 70. Geburtstag, Schloss Rheinsberg, Rheinsberg. Terrororchester, Künstlerhaus Schloss Balmoral, Bad Ems. Kunst > < Politik – Zwei Positionen, Kunsthaus Grenchen, Grenchen. Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können, Politischer Club Colonia, Köln und Weimar. Aufnahme in den Orden Pour le mérite für Wissenschaft und Künste.

2002 Beteiligung am Deutsch-Russischen Dialog in Petersburg und Weimar. Mahnmal Fall in der Ausstellung Kulturverlust im Deutschen Nationaltheater, Weimar. Beteiligung an der Ausstellung Wasser Sand Weite im Sharjah Art Museum, Sharjah, VAE. Günther Uecker – Neue Arbeiten, Akira Ikeda Gallery, Berlin. Günther Uecker – Dialog, Museum Moderne Kunst, Passau, und Medienzentrum, Passau. Aufführung der Matthäus Passion der Deutschen Oper Berlin in der Israeli Opera Tel Aviv, Bühnenskulpturen Günther Uecker.

2003 Bühnenskulpturen für die Freilichtaufführung von Friedrich Schillers Wilhelm Tell auf dem Rütli mit dem Deutschen Nationaltheater, Weimar (aufgeführt 2004). Vita segreta della materia, mit Michelangelo Lupone, im Teatro dell’ Ascolto, Rom. Günther Uecker – Graphein, Lehmbruck Museum, Duisburg, und Galerie im Kloster Malgarten, Bramsche. Totentanz II, mit Herbert Koller, Kunst Galerie, Fürth. Ausstellung des Werkporträts Der geschundene Mensch im Taipei Fine Arts Museum, Taipei. Lichtung, mit Rolf Schroeter, Kunsthalle, Weimar. Beteiligung an den Ausstellungen Berlin/Moskau im Martin-Gropius-Bau, Berlin, M_ARS –Kunst und Krieg in der Neuen Galerie, Graz, The Spirit of White in der Galerie Beyeler, Basel, Licht aus Bozen – Werkzeug aus Düsseldorf im Zeppelin Museum, Friedrichshafen, sowie ZERO. Die europäische Vision – 1958 bis heute. Sammlung Lenz Schönberg in der RLB-Kunstbrücke, Innsbruck.

2004 Ausstellung des Werkporträts Der geschundene Mensch in der Gallery Hyundai, Seoul, im Itami Museum, Osaka, und im Tochigi Prefectural Museum of Fine Arts, Tokyo. Beteiligung an den Ausstellungen ZERO 1958–1968. Germania e Italia im Palazzo delle Papesse, Siena, Declaration – 100 Artists of Peace im National Museum of ContArt, Seoul, und Monocromos de Malevich al presente im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid.

2005 Ueckers Werke sind in den folgenden Ausstellungen vertreten: Zwanzig Kapitel im Martin-Gropius-Bau, im Neuen Berliner Kunstverein und in der Neuen Nationalgalerie in Berlin; Dialog/Zeichen und Schriften in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut in der Milli Reasürans Sanat Galerisi in Istanbul; Klangobjekte: Terrororchester, Hommage à John Cage in der Kunsthalle Bremen und Günther Uecker. Das Eigentliche… im Museum Küppersmühle für Moderne Kunst in Duisburg. Die Ausstellung Der geschundene Mensch wird in Nakhon Pathom (Thailand) und in Jakarta (Indonesien) sowie in Singapur gezeigt. Zeichen setzen. Günther Uecker und Yû-Ichi in der Langen Fondation, Neuss-Hombroich. Günther Uecker. Das Eigentliche… im Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg. Old Words, New Expressions, German Artist Günther Uecker im Deutschen Kulturzentrum und National Museum of History, Taipei, Taiwan, und im Kaohsiung Museum of Fine Arts, Kaohsiung, Taiwan. Günther Uecker – Poesie der Destruktion, Film von Michael Kluth im Auftrag des WDR für Arte. Verleihung des BZ-Kulturpreises 2005, Berlin.

2006 Zeichen und Schriften, Friedenstexte aus Bibel und Koran in der Christuskirche, Düren, in Zusammenarbeit mit dem Leopold-Hoesch-Museum. Der geschundene Mensch in der Birla Academy of Art & Culture, Kolkata, Indien Günther Uecker – Letter to China in der Kunsthalle (TAFA-Gallery), Tianjin, China. Der geschundene Mensch im Museum Nationalgalerie, Delhi, und im Museum Nationalgalerie Mumbay (Bombay), Indien. Teilnahme an den Ausstellungen: Zero, Künstler einer europäischen Bewegung, Sammlung Lenz Schönberg 1956–2006 im Museum der Moderne, Salzburg. Zero, internationale Künstler-Avantgarde der 50er/60er Jahre im Museum Kunst Palast, Düsseldorf, und im Musée d’Art Moderne, Saint-Etienne. Letter to China, CODA Museum Apeldorn, Niederlande.

2007 Letter to China – Works on Paper, Einzelausstellung in der Versicherungskammer Bayern in München. Op Art Ausstellungsbeteiligung im Museum Schirn, Frankfurt. Ausstellungsbeteiligung der Retrospective of Piero Manzoni im Museo Madre –Donnaregina Museum of Contemporary Art, Naples, Italien. Vertigo Ausstellungsbeteiligung im Museo d’Arte Moderna di Bologna, Italien. Ausstellungsbeteiligung Musei Civici Veneziani Palazzo Fortuny, Venezia, Italien. Brief an Peking Einzelausstellung im NAMOC National Art Museum of China, Peking, China. Chronik einer Nicht-Ausstellung between 1969-73, Ausstellungsbeteiligung in der Kunsthalle Düsseldorf.
Hommage für Günther Uecker, ein Soiree, Bronzemedaille der Konrad Adenauer Stiftung, Berlin.

2008 Sound of Art, Museum der Moderne, Salzburg. Photographs, Akira Ikeda Galerie, Berlin. Redefluß und Schweigepflicht, Kunstsammlung Neubrandenburg. Günther Uecker – works on paper, Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen. Post of Ordos, Ordos Art MuseumPRC, Ordos, Mongolei. Der geschundene Mensch, Cairo Townhouse, Cairo, Ägypten, Günter Uecker – works on paper, Kunsthalle Jesuitenkirche, Aschaffenburg. New Work, Einzelausstellung in der Akira Ikeda Galerie, Berlin. Günther Uecker. Brief an Peking – Arbeiten auf Papier, Galerie im Volkspark, Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle. Ausstellungsbeteiligungen: The thin shadow line, Fondazione Mudima, Italien. Druckstelle, Staatliche Kunstsammlung Dresden. Sotto Voce. Galerie Yvon Lambert, New York, USA. ZERO lebt, Kunsthalle Weishaupt, Ulm. ZERO, Centrum Kunstlicht in de Kunst, Eindhoven, Niederlande. MEDIATIONS BIENNALE Posen.

2009 Der geschundene Mensch, Staatliche Akademie für Malerie, Baku, Aserbaidschan. Der geschundene Mensch, Ulan Bator, Mongolei. Günther Uecker – Das Buch Hiob, Kunstraum des Deutschen Bundestages, Berlin. Der geschundene Mensch, Art Gallery of Uzbekistan, Taschkent, Usbekistan. Friedensbotschaft, Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin. Günther Uecker – Kartographie des Reisens, Baden-Würtembergische Landesbank, Stuttgart. Ausstellungsbeteiligungen: 60 Jahr – 60 Werke, Martin Gropius Bau, Berlin. aus/gezeichnet/zeichnen, Akademie der Künste, Berlin. Essential Experiences, Riso Museo d’arte contemporanea della Sicilia, Palermo, Italien. In-finitum, Palazzo Fortuny, Venedig, Italien. Sammlung Lenz, Museum der Moderne Salzburg, Salzburg, Österreich. Enrico Castellani / Dan Flavin / Donald Judd / Günther Uecker, Haunch of vension, London, Großbritannien. Art of Two Germanys/Cold War Cultures, Los Angeles County Museum of Art, Los Angeles, USA. Risse in der Zeit, Münchner Bundespatentamt, München. Kunst und Kalter Krieg – Deutsche Positionen 1945-1989, Deutsches Historische Museum in Berlin und im Germanisches Nationalmuseum in Nürnberg. Modell Bauhaus, Martin Gropius Bau, Berlin. Schatzhaus Spendhaus, Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen
Günther Uecker – Works on paper, Film von Michael Kluth, Präsentation anlässlich der Ausstellung Günther Uecker – Works on paper in der Galerie Geuer & Breckner, Düsseldorf.

Günther Uecker lebt und arbeitet in Düsseldorf.