Zu Besuch im Atelier von K.O. Götz

Als er zur Welt kam, brach der Erste Weltkrieg los. Die Nazis verboten ihm zu malen, da war gerade 21. Und in den Wirtschaftswunderjahren lehrte K.O. Götz als Kunstprofessor in Düsseldorf. Einer seiner Schüler war Gerhard Richter, einer der teuersten Maler der Gegenwart.

Am 22.02.2014 wird K.O. Götz 100 Jahre alt. Von der Welt sieht er nichts mehr, seit er vor drei Jahren erblindete grüner Star. Doch mit seinem wachen Geist verfolgt er, wie ihn die wichtigsten Museen Deutschlands – von der Neuen Nationalgalerie Berlin bis zum Museum Küppersmühle in Duisburg mit großen Retrospektiven ehren.

Dass vor seinem inneren Auge noch immer die prächtigsten Werke entstehen, beweist er mit seinem „Bild für BILD“. Trotz Blindheit hat sich der Meister des „Informel“ noch einmal in sein Atelier im Westerwald begeben. Das Ergebnis: ein Werk in Größe einer BILD-Zeitungsseite. Geschaffen mit seiner berühmten Rakel-Technik, bei der er die Farbe mit einem Gummi–Schieber mit schnellen Bewegungen über die Leinwand zieht.

Text: © Willem Tell