Aktuelles

Projekt – The Ship of Tolerance

ILYA UND EMILIA KABAKOV FOUNDATION

The-Ship-of-Tolerance

The Ship of Tolerance

Projekt
In einer weltpolitisch schwierigen Lage hat das international renommierte Künstlerpaar Ilya und Emilia Kabakov mit seinem Ship of Tolerance ein Gemeinschaftswerk und Symbol für Offenheit und Akzeptanz entworfen. Mit der Sprache der Kunst wollen die beiden Künstler Kinder, Jugendliche und Erwachsene verschiedener Kontinente, Kulturen und Identitäten verbinden. Das 2005 in der Oasenstadt Siwa in Ägypten exemplarisch erstmals präsentierte Ship of Tolerance war 18 Meter lang, trug einen 11 Meter hohen Mast und wurde von einem Segel aus über hundert einzeln bemalten Tüchern geschmückt. Seit 2005 reist das Projekt um die ganze Welt mit Stationen in Venedig (2009), St. Moritz (2010), Sharjah (2010), Miami (2011), Havanna (2012), Moskau (2013), New York (2013) und Zug (2016). Mit dem konzeptuellen Kunstwerk wollen Ilya und Emilia Kabakov Respekt gegenüber fremden Kulturen und Ideen vermitteln sowie das unterschiedliche Verständnis von Toleranz lehren.

Konzept
Im Rahmen des Projekts arbeiten Ilya und Emilia KabakovThe Ship of Tolerance,Cuba.ph.by E.K. immer mit lokalen Kindergärten, Schulen, Ausbildungszentren und Kunstinstitutionen zusammen. In den verschiedenen Klassen soll im Unterricht das Thema Toleranz sowie Werte anderer Kulturen, Rassen und Ideen diskutiert und behandelt werden. Dabei werden die Kinder und Jugendlichen ca. drei Wochen lang von Lehrern, Kunstvermittlern und freiwilligen Helfern unterstützt. Anschließend werden ihre Botschaften zu Toleranz und Respekt in gemalten Segelbildern verewigt. Am Ende wird eine Auswahl der bemalten Tücher zu einem Mosaiksegel zusammengenäht. Zur gleichen Zeit wird das Holzschiff von Assistenten der Künstler und einer lokalen Schreinerei erbaut. Während des Schiffbaus können sich Passanten vor Ort über das Projekt und seine Botschaft informieren oder ihr mitgebrachtes Essen am Table of Tolerance freundschaftlich teilen.

Abschluss
Die Eröffnung des Schiffs ist der Höhepunkt des Projekts. Ein feierliches Konzert von jungen, talentierten Musikern mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund zelebriert die Fertigstellung des Ship of Tolerance. Am Ende wird das Kunstwerk erleuchtet und alle Kinder, Helfer, Freunde, Förderer und Besucher feiern gemeinschaftlich die Vollendung dieses hoffnungsvollen Projekts. Anschließend sollen alle Beteiligten ihre neu gewonnen Erkenntnisse über Offenheit und Akzeptanz in die Welt hinaustragen.

Rezension
Das Ship of Tolerance stößt in den jeweiligen Gastländer fortwährend auf äußerst positive Resonanz und erfährt große mediale Aufmerksamkeit. Immer wieder wird das Projekt zu einem einzigartigen Symbol, das sich im Zeichen der jeweiligen politischen und kulturellen Situation der Gastgeber mit jedem Neustart wandelt. Die letzte Station des Ship of Tolerance war in Zug (Schweiz). Im Rahmen des Projekts haben über 115 Klassen öffentlicher und privater Schulen aus dem Kanton Zug das Thema Toleranz im Unterricht besprochen. Außerdem wurden in der Stadt, am Kunsthaus und in anderen Gemeinden des Kantons rund 800 weitere Segelbilder in großen Installationen gezeigt. Gleichzeitig diente das Kunsthaus Zug mobil als Informationszentrum vor Ort. Das nächste Ship of Tolerance wird am 23. Mai 2017 in Rom unter dem Patronat vatikanischer Institutionen feierlich eröffnet.

Weitere Informationen zu diesem hoffnungsvollen Projekt finden Sie unter www.shipoftolerance.org.

Zeng Fanzhi erschafft das neue Bild für BILD

Schon mit dreizehn Jahren faszinierte Zeng Fanzhi die Malerei. Aus armen Verhältnissen kommend, setzte er alles daran an der Akademie aufgenommen zu werden. Er studierte in Wuhan Malerei und sparte sich das Geld für Farbe und Pinsel beim Essen ab – frei nach dem chinesischen Leitmotiv: „Wenn Du so gut sein willst wie Dein Meister, dann arbeite so wie Dein Meister.“ Er suchte sich seinen Meister und das war Albrecht Dürer, für ihn sein großes Vorbild.

Zeng Fanzhi ist heute ein anerkannter Star auf dem internationalen Kunstmarkt. Seine Werke werden in London, New York und Paris hoch gehandelt und gefeiert. Erst vor kurzem waren seine expressionistischen Landschaftsbilder im berühmten Louvre in Paris ausgestellt. Große Aufmerksamkeit wurde ihm  zuteil, als für eines seiner Maskenbilder mehr als 23 Millionen US-Dollar gezahlt wurden. Es handelt sich um das berühmte Abendmahl, Jesus mit seinen Jüngern, allesamt maskiert.

Er hat einen ganz besonderen Stil entwickelt, den sogenannten symbolischen Expressionismus. Themen aus der Geschichte oder berühmte Figuren überzeichnet er malerisch. In seinen Maskenbildern hinterfragt er die Doppelmoral des menschlichen Daseins. In seinen Landschaftsbildern mit abstrakten Verästelungen spielt er auf seine künstlerische Herkunft an – die traditionelle chinesische Landschaftsmalerei. Vor zwanzig Jahren gehörte er zum Underground der chinesischen Kunstszene, eben weil er das bloße Abbilden von Landschaften nicht praktizierte, sondern seinen Sonderweg ging. Sein fantasievoller Expressionismus und seine Darstellung von Individualität passten nicht zu den offiziellen chinesischen Vorstellungen von Kunst, dem sozialistischen Realismus. Kollektive Kreativität, das war nicht sein Ding. Heute ist man auch in China stolz auf ihn. Aktuell plant er sein eigenes Museum. Bilder malen ist für ihn wie Atmen.

Für BILD hat er nun ein besonderes Symbol aufgegriffen und neu geschaffen: betende Hände. In einer Zeit, in der wir gerade in Zentraleuropa von Ängsten und Ungewissheit geprägt zu sein scheinen, eine Krise nach der anderen die Regierungen und Menschen verzweifeln lässt, da schickt uns der berühmteste chinesische Künstler ein vieldeutiges Zeichen. Er greift das alte Dürer-Motiv auf und sieht in der Darstellung von Händen eine ganz besondere Herausforderung. „Zeig mir deine Hände und ich erfahre viel über Dich“! So seine Überzeugung.

Drei unterschiedliche betenden Hände – nach oben gerichtet. Drei unterschiedliche Haltungen als Zeichen für Individualität, Ruhe, vielleicht für Zuversicht, vielleicht als Zeichen der Hoffnung, der Suche nach Selbstvertrauen und der Kraft, die Herausforderungen des Lebens zu bestehen. Seine Hände sind ein Bekenntnis zur Kunst als schöpferischem Akt und zeugen von seinem Glauben an die unendlichen Fantasien, die in uns, vor allem aber im Künstler schlummern und immer wieder motiviert werden müssen. Sein Bild für BILD ist vielleicht auch für uns Aufforderung zu glauben – wenn nicht an einen Gott, dann doch zumindest an uns selbst.

*Prof. Walter Smerling ist Direktor des Museums Küppersmühle, Vorstand der Stiftung Kunst und Kultur der Ausstellung CHINA8.

Interview mit Zeng Fanzhi

Wieso haben Sie gerade dieses Motiv für „Ein Bild für BILD“ ausgewählt?

Ich achte sehr auf die Hände anderer Menschen. Die Hände eines Menschen erzählen mehr über das Innere der Person als sein Gesicht. In meiner früheren Arbeiten habe ich oft bewusst die Hände vergrößert dargestellt. In der Arbeit für „Bild“ habe ich bereits sehr früh mit dem Gedanken gespielt, Hände als Motiv zu wählen.

Aus welchem Grund haben Sie entschieden, drei Paare betender Hände zu zeichnen und dazu eine geschlossene Hand?

Die Haltung der aneinandergelegten Hände haben eine wichtige Bedeutung für uns Asiaten. Unterschiedliche Handgesten haben auch unterschiedliche Bedeutungen. Sie beinhalten Zufriedenheit, Heiterkeit, Gelassenheit, Gebete und Weisheit sowie viele andere Bedeutungen. Durch die Hände sind wir in der Lage, gute Wünsche und Hoffnungen zu übermitteln. Die Hände im Bild stehen für Gebete und für Hoffnungen auf Weisheit, die zur Konfliktlösung führt. „Interview mit Zeng Fanzhi“ weiterlesen

John Baldessari erschafft das neue Bild für BILD

Los Angeles – Er hat seit Jahren kein einziges Bild gemalt. Er ist kein Bildhauer. Fotos macht er auch nicht. Und trotzdem ist er für die Kunstwelt einer der größten Künstler überhaupt. Und das nicht nur, weil er 2,04 Meter groß ist.

John Baldessari (84) ist Konzeptkünstler. Er macht Serien von Kollagen, Montagen, Videos, Aktionen. Ein verrücktes Genie! Wenn Baldessari große Papierbögen aus dem Fenster wirft, so für den Betrachter Teile des Hauses verdeckt, dann jubelt die „New York Times“ „wunderbar“.

Wenn er sich eine halbe Stunde dabei filmen lässt, wie er in Schreibschrift – wie ein bestraftes Schulkind – „I Will Not Make Any More Boring Art“ („Ich werde keine langweilige Kunst mehr machen!“) schreibt, nennen das Kritiker „genial“. Und wenn er ein schlechtes Foto vergrößert und mit dem Wort WRONG („FALSCH“) untertitelt – reißen sich Museen um das Werk.

Und nun schenkt er Ihnen, liebe Leser, morgen auf einer ganzen Seite ein „Bild für BILD“. Ein faszinierendes Werk mit dem Titel  „Child With Kitten“ (Kind mit Kätzchen).


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Zu Besuch im Atelier von K.O. Götz

Als er zur Welt kam, brach der Erste Weltkrieg los. Die Nazis verboten ihm zu malen, da war gerade 21. Und in den Wirtschaftswunderjahren lehrte K.O. Götz als Kunstprofessor in Düsseldorf. Einer seiner Schüler war Gerhard Richter, einer der teuersten Maler der Gegenwart.

Am 22.02.2014 wird K.O. Götz 100 Jahre alt. Von der Welt sieht er nichts mehr, seit er vor drei Jahren erblindete grüner Star. Doch mit seinem wachen Geist verfolgt er, wie ihn die wichtigsten Museen Deutschlands – von der Neuen Nationalgalerie Berlin bis zum Museum Küppersmühle in Duisburg mit großen Retrospektiven ehren.

Dass vor seinem inneren Auge noch immer die prächtigsten Werke entstehen, beweist er mit seinem „Bild für BILD“. Trotz Blindheit hat sich der Meister des „Informel“ noch einmal in sein Atelier im Westerwald begeben. Das Ergebnis: ein Werk in Größe einer BILD-Zeitungsseite. Geschaffen mit seiner berühmten Rakel-Technik, bei der er die Farbe mit einem Gummi–Schieber mit schnellen Bewegungen über die Leinwand zieht.

Text: © Willem Tell

Kunst-Expertin Dr. Beate Reifenscheid erklärt das Bild für BILD „Sternblume“

Von Dr. Beate Reifenscheid*

„Sternblume“ – so hat Heinz Mack sein Kunstwerk genannt, dass er für die BILD-Leser geschaffen hat.

Allein schon in dem Wort “Sternblume” hört man den Klang der Poesie, verschmelzen sich doch vor dem geistigen Auge sogleich das Kosmische und das Irdische: Der Glanz und das Funkeln der Sterne am Firmament bei Nacht und das Florale, das in der Blume seine schönste Ausprägung entfaltet.

Heinz Mack liebt solche Wortspiele und auf sehr sinnliche Art verbindet er im Wort bereits, was ihn in seiner Kunst zeitlebens beschäftigt: Das Licht und die Farben, die Dualität zwischen dem Geistigen und dem Irdischen. In Licht und Farbe sind die Grenzen dabei manchmal verschoben, oder zumindest ineinander aufgehoben.

Wenngleich Heinz Mack in seiner Kunst immer abstrakt bleibt und die Anlehnungen an Architektur, Natur oder den Kosmos rein assoziativ entstehen, lässt er den Menschen nicht außen vor. Er selbst sagt: „Je älter ich werde, desto besser begreife ich, wie nicht die Kunst das wunderbare ist, sondern der Mensch als Teil der Natur.“ „Kunst-Expertin Dr. Beate Reifenscheid erklärt das Bild für BILD „Sternblume““ weiterlesen

Atelier-Besuch beim Künstler Heinz Mack

BILD
Mittwoch, 22. Februar 2012, 00:18 Uhr

Von Willem A. Tell

„Kunst soll nicht für eine elitäre Minderheit da sein, sondern für Jedermann.“ Professor Heinz Mack (80)

Morgen blüht den BILD-Lesern eine „Sternblume“, geschaffen von Heinz Mack, einem der bedeutendsten Künstler der Gegenwart. Ein Kunstwerk, eine ganze Zeitungsseite groß – Macks „Bild für BILD“.

BILD besuchte den Künstler, der mit Otto Piene und Günther Uecker die ZERO-Kunst erfand, auf seinem Huppertzhof (10 000 qm) in Mönchengladbach. Mack trägt einen Kittel wie ein Anstreicher: „Ich fühle mich wie ein guter Handwerker. Ich arbeite ja auch mit der Hand. Für mich stehen das Atelier und die Werkstatt auf einer Stufe.“ „Atelier-Besuch beim Künstler Heinz Mack“ weiterlesen

Die Farbe hat Heinz Mack wieder

Stadtnachrichten Tuttlingen
Samstag, 18.02.2012, 18:40


Tuttlingen (sib) – Die Ausstellung „Die Sprache meiner Hand“ von Heinz Mack ist am Freitagabend im Beisein zahlreicher Gäste in der Galerie der Stadt Tuttlingen eröffnet worden. Die Einführung in die Vernissage gestaltete Friederike Weber am Klavier mit Stücken aus den Goldberg Variationen von Johann Sebastian Bach.

„Diese epochale Musik passt sehr gut zu dem Künstler heute Abend“, betonte Dr. Hans Roll, der in Vertretung des Oberbürgermeisters die Gäste und „eine ganz große Persönlichkeit des Jahrhunderts“, den Künstler Prof. Heinz Mack in der Städtischen Galerie begrüßte. Er habe mit der Gruppe Zero gemeinsam mit Otto Piene ein bedeutendes Kapitel der Kunstgeschichte aufgeschlagen. Heinz Mack ist weltweit unterwegs, hat zahlreiche Kunstpreise erhalten und ist Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes. „Die Farbe hat Heinz Mack wieder“ weiterlesen