Atelier-Besuch beim Künstler Heinz Mack

BILD
Mittwoch, 22. Februar 2012, 00:18 Uhr

Von Willem A. Tell

„Kunst soll nicht für eine elitäre Minderheit da sein, sondern für Jedermann.“ Professor Heinz Mack (80)

Morgen blüht den BILD-Lesern eine „Sternblume“, geschaffen von Heinz Mack, einem der bedeutendsten Künstler der Gegenwart. Ein Kunstwerk, eine ganze Zeitungsseite groß – Macks „Bild für BILD“.

BILD besuchte den Künstler, der mit Otto Piene und Günther Uecker die ZERO-Kunst erfand, auf seinem Huppertzhof (10 000 qm) in Mönchengladbach. Mack trägt einen Kittel wie ein Anstreicher: „Ich fühle mich wie ein guter Handwerker. Ich arbeite ja auch mit der Hand. Für mich stehen das Atelier und die Werkstatt auf einer Stufe.“

Mit seinen Händen hat Mack gigantische Skulpturen aus Metall und Granit geschaffen, die heute u.a. vor dem Kölner Dom und vor dem Europa Center in Berlin von Millionen Menschen bewundert werden. Zu diesen Monumenten sagt er: „Es war mir immer wichtig, so viel wie möglich selbst zu machen. Bei mir geht es nicht nur um die Idee, sondern immer auch um die Umsetzung.“

Und auch ein großer Meister braucht manchmal den Zufall. So fand Mack am Anfang seiner künstlerischen Karriere ein Stück Alu-Folie auf einem Sisal-Teppich. Durch das Gewicht seines Fußabdrucks hatte sich das Muster des Teppichs durch das Alu gedrückt. Mack: „Die Sonne fiel in einem ganz besonderen Winkel auf die Folie – es sah aus, als ob das Licht über dem Metall schwebte.“ Die Geburtsstunde der ZERO-Kunst!

Für „Ein Bild für BILD“  nimmt Mack statt der Alu-Folie ein Stück Papier, den Sisal-Teppich ersetzt eine geriffelte Metall-Platte. Aus dieser dreht er das Papier unter den Bewegungen seiner Ölkreiden, erzeugt immer neue Strukturen. Bei der Arbeit hört Mack Bach, Mozart. „Musik ist meine Leidenschaft“, sagt der Mann, der als Junge Pianist werden wollte. „Ich habe mit 6 Jahren mit den Klavierspielen begonnen, täglich bis zu fünf Stunden geübt.“

Er spielte gut, aber für einen Perfektionisten ist gut die kleine Schwester von schlecht. Mack: „Mit 19 habe ich mich gegen eine Laufbahn als Pianist entschieden. Ich hatte einfach nicht das Gefühl, gut genug zu sein.“ Trotzdem ist Mack dem Klavier treu geblieben, sitzt regelmäßig an seinem Konzert-Flügel. Er komponiert sogar eigene Musikstücke, wenn er nicht gerade den Handwerker-Kittel trägt. Mack:  „Ich arbeite jetzt seit 60 Jahren –  immer noch – von morgens bis abends, Sonntage einbezogen.“

Warum sein Kunstwerk für die BILD-Leser „Sternblume“ heißt?. Mack: „Es ist sehr positiv, sehr lebensfroh und hat einen Farbklang wie eine Blume. Ich würde mir wünschen, dass die BILD-Leser kurz innehalten und das Werk auf sich wirken lassen.“

Freuen Sie sich auf die „Sternblume“, liebe Leser, morgen in BILD!